Schellfischtunnel 2017
Geschrieben von Michael Berndt   
31.07.2013

In diesem Jahr haben wir uns, gemeinsam mit dem Verein zur Rettung der Hafenbahn Hamburg-Altona e.V., mit den Führungen durch den Schellfischtunnel wieder an den Tagen der Industriekultur am Wasser am 17. und 18. Juni 2017 beteiligt.

Am Tag des offenen Denkmals im September 2017 werden wir in diesem Jahr ein anderes spannendes Bauwerk präsentieren, das ebenfalls normalerweise nicht öffentlich zugänglich ist. Näheres erfahren Sie rechtzeitig auf unserer Internetseite.

Die nächsten Schellfischtunnelführungen werden wir voraussichtlich am Tag des offenen Denkmals 2018 anbieten können. Am Denkmaltag 2017 werden keine Führungen durch den Schellfischtunnel stattfinden!

 

Der Schellfischtunnel

Als im Jahre 1844 die Eisenbahnverbindung zwischen den damals noch dänischen Städten Altona und Kiel eröffnet wurde, diente diese Strecke von Anfang an auch der Verbindung der beiden Häfen. Der Altonaer Hauptbahnhof wurde daher auch direkt am Elbhang errichtet. Die gleichzeitig errichteten Kaianlagen an der Elbe lagen allerdings etwa 30 m tiefer. Um diesen Höhenunterschied zu überwinden wurde zunächst eine langgezogene Rampe angelegt, auf der die Güterwagen mit einem Pferdegöpel, ab 1849 mit einer stationären Dampfmaschine und Seilzügen bewegt wurden. Erstmals im Hamburger Raum erhielt damit ein Hafen einen Eisenbahnanschluss, der den direkten Warenumschlag vom Schiff auf die Eisenbahn möglich machte. In der Nachbarstadt Hamburg war dies erst etwa 20 Jahre später nach der Eröffnung des Sandtorhafens möglich.

Um 1870 war das Güteraufkommen so weit gestiegen, dass die Hafenbahnstrecke ausgebaut werden musste. Ein 395 Meter langer Tunnel wurde unter dem Elbhang angelegt. Durch diesen Tunnel konnten die Güterzüge die Kaigleise direkt erreichen, was die Transportleistungen erheblich vergrößerte. Mit dem Ausbau des Altonaer Hafens zum Fischereihafen entwickelte sich das inzwischen preußische Altona zu dieser Zeit zum Zentrum der deutschen Fischindustrie. Die zahlreichen Räuchereien und fischverarbeitenden Betriebe in Altona und Ottensen wurden auch über die Hafenbahn und den Tunnel beliefert, was ihm im Volksmund den Namen Schellfischtunnel einbrachte.

Mit der Verlegung des Altonaer Bahnhofs nach Norden im Jahre 1895 musste auch der Hafenbahntunnel auf nun 961 Meter verlängert werden. Die Verlängerung verläuft unter der heutigen Max-Brauer-Allee. Um das immer weiter steigende Güteraufkommen zu bewältigen, wurde der Tunnel 1911 als eine der ersten Eisenbahnstrecken in Deutschland für den Betrieb mit elektrischen Lokomotiven hergerichtet.

   

Die E-Loks wurden 1955 von Dieselloks abgelöst. Inzwischen war der Verkehr immer weiter zurückgegangen. 1978 stellte die Deutsche Bahn den Betrieb ein. Die Altonaer Hafenbahn wurde vom Hamburger Amt für Strom- und Hafenbau übernommen und noch bis Anfang der 90er Jahre weiter betrieben. Zuletzt verkehrten die Züge nur noch sehr unregelmäßig nach Bedarf. Das Transportvolumen war von jährlich 150.000 Tonnen in den 20er Jahren auf nur noch etwa 6.000 Tonnen im Jahr 1986 gesunken. 1993 gab dann der letzte Betrieb am Altonaer Elbkai seinen Gleisanschluss auf. Der Betrieb der Altonaer Hafenbahn und des Schellfischtunnels wurde eingestellt.

1999 wurden Teile des Tunnels innen mit Beton verstärkt, um eine Einsturzgefahr zu bannen. In den folgenden Jahren wurden immer wieder verschiedene Konzepte für eine neue Nutzung als Verkehrsweg vorgeschlagen, diskutiert und wieder verworfen. Auch eine endgültige Verfüllung des Tunnels ist immer wieder im Gespräch. Verwirklicht wurde von all dem bis heute nichts. Der Tunnel liegt seit Jahren im Dornröschenschlaf.

  

Die erhaltenen Reste der Altonaer Hafenbahn mit dem Schellfischtunnel als ihrem wichtigsten Bauwerk gelten heute als technikgeschichtliches Denkmal ersten Ranges aus der Frühzeit des modernen Verkehrs. Der Verein Hamburger Unterwelten freut sich deshalb ganz besonders über die seltene Gelegenheit, das Bauwerk gemeinsam mit dem Verein zur Rettung der Hafenbahn Hamburg-Altona der Öffentlichkeit vorstellen zu können.

Die Führung

Unsere Tour beginnt mit einer Einführung zur Geschichte und Bedeutung des Tunnels. Anschließend werden wir den Tunnel auf ganzer Länge durchwandern und uns unterwegs an verschiedenen Stellen interessante Einzelheiten genauer anschauen. Nach etwa 75 bis 90 Minuten haben wir das südliche Tunnelende am Altonaer Kai erreicht.
 

Wichtige Hinweise und Teilnahmebedingungen für die Führungen

Aufgrund behördlicher Auflagen sind die Führungen nur an einem Termin jährlich möglich - 2017 zu den Tagen der Industriekultur am Wasser am 17. und 18. Juni. Die Teilnehmerzahl je Führung ist begrenzt.

Eine Anmeldung ist daher zwingend erforderlich!

Eine Besichtung des Tunnels ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Die Gruppe darf während der Führung nicht verlassen werden. Kinder unter 12 Jahren dürfen nicht an den Führungen teilnehmen, Jugendliche unter 18 Jahren nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten. Der Weg durch den Tunnel ist nicht barrierefrei. Beachten Sie bitte auch, dass im Tunnel niedrige Temperaturen herrschen.

Der Tunnel ist zwar standsicher, jedoch nicht verkehrssicher (nur Notbeleuchtung, auf dem Boden liegen Schienen und loser Schotter, Ratten können sich im Tunnel aufhalten usw.). Festes Schuhwerk und eine Taschenlampe sind daher für jeden Besucher zwingend erforderlich. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr, eine entsprechende Erklärung muss jeder Teilnehmer vor Beginn unterschreiben. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir bei Nichtbeachtung dieser Regeln auch angemeldete Besucher von den Führungen ausschliessen müssen.

Die Führungen zu den Tagen der Industriekultur am Wasser bieten wir kostenlos an.

Treffpunkt

Die Führung beginnt am nördlichen Ende des Tunnels, Treffpunkt ist in der Präsident-Krahn-Straße direkt neben dem Ceck-In-Schalter der Autoverladung der Deutschen Bahn. Die Führungen beginnen pünktlich und verspätete Teilnehmer können leider nicht mehr mit gehen, seinen Sie daher bitte 10 Minuten vor Führungsbeginn am Treffpunkt.

Treffpunkt in Google Maps anzeigen

Mit dem HVV zu uns

Termine und Anmeldung

Die Führungen durch den Schellfischtunnel bieten wir ein Mal jährlich an. In diesem Jahr finden die Touren am 17. und 18. Juni statt.

Für die Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung unbedingt erforderlich, da nur eine begrenzte Zahl von Plätzen verfügbar ist. Anmelden können Sie sich ab etwa 4 - 5 Wochen vor dem Termin.

Wir werden bis zum Veranstaltungstag in unregelmäßigen Abständen immer wieder weitere Termine zur Anmeldung freischalten, um auch Interessenten, die im Urlaub sind oder erst später auf die Führungen aufmerksam werden, eine Teilnahme zu ermöglichen. Sollen also unten alle aufgeführten Termine als "Ausgebucht" markiert sein, so schauen Sie ruhig hin und wieder erneut hier vorbei. Es werden bis zum Veranstaltungswochenende noch weitere Termine freigegeben.

Die Anmeldung zu den Touren ist nur über unser Webformular möglich!

Wir führen keine Vormerk- oder Wartelisten!
Bitte sehen Sie von Reservierungsanfragen per E-Mail ab!

Aufgrund des großen Interesses an diesen Führungen und um möglichst vielen Interessenten die Möglichkeit einer Anmeldung geben zu können, ist die Teilnehmerzahl je Anmeldung (Name und E-Mailadresse) auf 6 Personen beschränkt.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Anmeldungen mit mehr als 6 Personen nicht berücksichtigen werden.

Die nächsten Termine werden wir voraussichtlich im September 2018 anbieten können.

 

Gesamt-Terminübersicht

25.11.2017 - 14:00 Uhr - Tiefbunker Steintorwall am Hauptbahnhofausgebucht
25.11.2017 - 16:30 Uhr - Tiefbunker Steintorwall am Hauptbahnhofausgebucht
Weitere Termine in Vorbereitung.

 

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