Hilfskrankenhaus-Bunker Wedel

Neues aus dem Hilfskrankenhaus Wedel

Seit vielen Jahren bieten wir Führungen durch das Hilfskrankenhaus (HKH) Wedel an. Doch seit gut einem Jahr werden keine Termine mehr auf der Homepage angezeigt. Wir werden immer wieder gefragt, warum das so ist. Daher wollen wir einmal die dortige, aktuelle Situation schildern. Der lange leerstehende und brachliegende Bunker des HKHs wird nun seit einiger Zeit zum Teil kräftig umgebaut, zum Teil als Lagerraum für Hilfsgüter des gemeinnützigen Vereins Hanseatic Help e.V., zum Teil kommerziell durch die Unternehmen Grassau GmbH und Grassau Storage & Service UG und seit eineinhalb Jahren teilweise als Lager- und Technikräume für die neue, über dem Bunker errichtete Caféteria und Aula des Johann-Rist-Gymnasiums genutzt.

Gerade die jeweils laufenden Umbauarbeiten erlauben aus Sicherheitsgründen keine Besichtigungen. Aber auch die Einlagerung von den Hilfsgütern in vielen Räumen bis unter die Bauwerksdecke, auch und vor allem in den noch erhaltenen und spannenden Technikräumen, würden zudem eine Führung wenig ergiebig machen.

Umbau eines WC-Raums zu einem LagerraumDie Umbauarbeiten führen einerseits dazu, dass viel von dem ursprünglichen "Charme" der Anlage verloren ging, da beispielsweise alle Lüftungskanäle abmontiert wurden oder in den langen Fluren Brandschutzmauern eingezogen werden mussten, aber andererseits ist die Anlage nun völlig trocken und geruchslos. Ebenso förderten die Arbeiten - z.B. an den Notausstiegen - neue und sehr interessante Aspekte zutage. Darüber wird bei künftigen Führungen zu berichten sein. Es ist also fest geplant, wieder im HKH Wedel Führungen anzubieten, sobald die Situation es dort vor Ort wieder gebietet. Grob geplant dafür ist der Zeitraum ab Mitte 2017. Vielleicht können wir dann auch schon berichten, ob die beabsichtigte Sanierung des Schulhofes, der über dem östlichen Teil des Bunkers liegt (= 1. Bauabschnitt des Bunkers), ebenfalls zu neuen Erkenntnissen führte, wie z.B. ob doch ein Sandvorfilter vorhanden ist oder ein solcher Filter tatsächlich nicht erbaut wurde.

Das Hilfskrankenhaus Wedel

OP-Tisch Im Katastrophen- oder Kriegsfall ist mit einem starken Anstieg des Bedarfs für Krankenhausplätze zu rechnen. Aus diesem Grunde begann man in Westdeutschland bereits Ende der fünfziger Jahre mit dem Aufbau von Ausweich- und Hilfskrankenhäusern.  Nach dem Bau der Berliner Mauer und der Kuba-Krise wurden diese Anstrengungen noch verstärkt. Verteilt über das Bundesgebiet entstanden Hunderte von Hilfskrankenhäusern, meist in Schulen, Jugendheimen und ähnlichen Einrichtungen. Bei den meisten davon handelte es sich lediglich um einfache Vorbereitungsmaßnahmen, verbunden mit der Einlagerung von Sanitätsmitteln an einem anderen Ort. Einige wenige Hilfskrankenhäuser entstanden allerdings auch im sogenannten „Vollschutz“ – ähnlich einem Zivilschutzbunker mit starken Stahlbetonwänden und –decken, eigener Wasser-, Strom- und Luftversorgung und allem, was man zum autarken Betrieb eines unterirdischen Krankenhauses benötigte.

Zwischen 1964 und 1976 entstand auch in Wedel bei Hamburg  in mehreren Bauabschnitten ein unterirdisches Hilfskrankenhaus im sogenannten "Vollschutz" mit zuletzt 1.694 Betten.  Eine Nutzung für den vorgesehenen Zweck – also als Notkrankenhaus – fand nie statt. Lediglich während einer Übung im Jahr 1975 wurde die Anlage zum Leben erweckt. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurden die eingelagerten Sanitätsmittel, Betten  und medizinischen Geräte der Hilfskrankenhäuser in den neunziger Jahren als humanitäre Hilfslieferungen in notleidende Gebiete der Welt geschickt.

Entgiftung    Lüftung

Panoramabilder

Verschaffen Sie sich doch vorab schon einmal einen kleinen Eindruck. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heißt es – ein interaktives Panorama sagt oft mehr als tausend Bilder. In alle Richtungen schauen, sich drehen, nach oben, nach unten blicken, den Blickwinkel selbst bestimmen, einen räumlichen Eindruck gewinnen. Zum Betrachten benötigen Sie das kostenlose Quicktime-Plugin. Sollte es auf Ihrem Rechner nicht bereits installiert sein, laden Sie es einfach kostenlos herunter

Zum Bewegen im Panorama-Fenster führen Sie den Mauszeiger mit gedrückter linker Maustaste über das Panorama.  

Tourinfo und Termine

Bis auf Weiteres können wir leider keine Führungen im Hilfskranhenhausbunker Wedel anbieten - siehe oben.

 

 
 

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